Pflegeleuchtturm

Ratgeber

Zu Hause sicher wohnen: Hilfsmittel, Hausnotruf und Umbau

Zuletzt geprüft am 9. Oktober 2026.

Kurz gesagt

Vieles, was das Leben zu Hause sicherer macht, zahlen Pflege- oder Krankenkasse. Ab Pflegegrad 1 gibt es monatlich Geld für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, dazu Pflegebett oder Hausnotruf. Rollator oder Duschstuhl verordnet die Ärztin. Für einen Umbau wie eine bodengleiche Dusche oder einen Treppenlift zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € je Maßnahme. Wichtig: erst beantragen, dann bauen.

Wer zahlt was? Der Überblick

WasBeispieleWer zahlt
Pflegehilfsmittel zum VerbrauchHandschuhe, Bettschutz, DesinfektionPflegekasse: bis zu 42 € im Monat
Technische PflegehilfsmittelPflegebett, Lagerungskissen, HausnotrufPflegekasse, oft als Leihgabe
Hilfsmittel per RezeptRollator, Rollstuhl, Duschstuhl, Toilettensitz-ErhöhungKrankenkasse – nach ärztlicher Verordnung
Umbau der WohnungBodengleiche Dusche, Treppenlift, Türen verbreiternPflegekasse: bis zu 4.180 € je Maßnahme

Für alles von der Pflegekasse braucht Ihr Angehöriger einen Pflegegrad – schon Pflegegrad 1 reicht. Noch keinen? Hier einschätzen.

Pflegehilfsmittel: klein, aber jeden Monat

Die 42 € im Monat für Verbrauchsartikel lassen viele Familien liegen. Ein formloser Antrag genügt – zum Beispiel mit unserem fertigen Brief. Viele Anbieter liefern danach monatlich eine Box nach Hause und rechnen direkt mit der Kasse ab.

Technische Hilfsmittel wie ein Pflegebett verleiht die Pflegekasse meist. Dann zahlen Sie nichts. Muss etwas neu gekauft werden, zahlen Sie 10 % zu, höchstens 25 €.

Tipp: Fragen Sie beim Hausbesuch des Medizinischen Dienstes nach Hilfsmitteln. Was die Gutachterin dort empfiehlt, gilt als beantragt, wenn Ihr Angehöriger zustimmt.

Hausnotruf: Hilfe auf Knopfdruck

Ein Knopf am Handgelenk oder als Kette – nach einem Sturz ist sofort jemand am Telefon und schickt Hilfe.

  • Die Pflegekasse zahlt den Basis-Hausnotruf, wenn Ihr Angehöriger einen Pflegegrad hat und allein oder überwiegend allein lebt. Auch wer mit jemandem zusammenlebt, der im Notfall selbst keine Hilfe rufen kann, hat Anspruch.
  • Der Anbieter muss von der Kasse zugelassen sein. Er hilft meist beim Antrag.
  • Extras zahlen Sie selbst, etwa wenn ein Dienst Ihren Schlüssel verwahrt oder ein Notruf auch unterwegs funktioniert.

Umbau: erst beantragen, dann bauen

Die Pflegekasse gibt bis zu 4.180 € je Maßnahme. Wohnen mehrere Pflegebedürftige zusammen, bis zu 16.720 €. Gezahlt wird für Umbauten, die die Pflege leichter oder das Wohnen sicherer machen:

  • Badewanne raus, bodengleiche Dusche rein
  • Treppenlift oder Rampe
  • Türen verbreitern, Schwellen entfernen
  • Haltegriffe, Handläufe, höhere Toilette

So gehen Sie vor:

  1. Kostenlos beraten lassen. Wohnberatungsstellen kommen oft ins Haus und sagen, was wirklich hilft. Fragen Sie beim Pflegestützpunkt danach. Hilfe in der Nähe
  2. Kostenvoranschlag holen – am besten zwei.
  3. Antrag stellen und auf die Zusage warten. Wer vorher den Auftrag vergibt, riskiert, dass die Kasse nicht zahlt.
  4. Ändert sich die Lage später, etwa weil mehr Pflege nötig wird, kann es erneut Geld für eine weitere Maßnahme geben.

KfW-Zuschuss: Das Programm „Altersgerecht Umbauen“ (455-B) nimmt derzeit keine Anträge an, die Mittel für 2026 sind aufgebraucht. Ein zinsgünstiger KfW-Kredit ist weiter möglich.

Kleine Dinge, große Wirkung

Viele Stürze passieren wegen Kleinigkeiten. Das kostet wenig und hilft sofort:

  • Lose Teppiche weg oder rutschfest machen
  • Nachtlicht im Flur und auf dem Weg zum Bad
  • Kabel an die Wand
  • Rutschfeste Matten in Dusche und Wanne
  • Häufig Gebrauchtes in Griffhöhe
  • Feste, geschlossene Hausschuhe statt Pantoffeln

Sicher zu Hause

Das können Sie jetzt tun

  1. Pflegehilfsmittel beantragen – das dauert fünf Minuten. Zum fertigen Brief
  2. Einmal durch die Wohnung gehen und Stolperfallen beseitigen.
  3. Bei größeren Umbauten zuerst eine Wohnberatung anfragen und dann den Antrag stellen.

Häufige Fragen

Zahlt die Pflegekasse einen Treppenlift?

Ja, als Umbau des Wohnumfelds – mit bis zu 4.180 €. Ein Treppenlift kostet oft mehr, den Rest zahlen Sie selbst. Stellen Sie den Antrag, bevor Sie einen Auftrag unterschreiben.

Was kostet ein Hausnotruf?

Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse in der Regel den Basis-Hausnotruf, wenn Ihr Angehöriger überwiegend allein lebt. Extras wie Schlüsselhinterlegung oder ein Mobil-Notruf kosten meist zusätzlich.

Gibt es noch den KfW-Zuschuss für barrierefreies Umbauen?

Derzeit nicht. Die KfW hat im Juli 2026 gemeldet, dass die Mittel für 2026 aufgebraucht sind. Möglich ist weiterhin ein günstiger Kredit. Der Zuschuss der Pflegekasse ist davon nicht betroffen.

Quellen

Diese Seite ersetzt keine persönliche Beratung.